Autobianchi Bianchina

Die Bianchina-Modelle wurden bereits parallel zu den 500er-Modellen bzw. mit deren Markteinführung entwickelt. Während man die Technik unberührt ließ, wurde die Karosserie weitgehend verändert. Die Optik hat mit der des 500ers praktisch nichts mehr zu tun. Man orientierte sich vielmehr an der aufkommenden Trapezlinie, die man auch beim Peugeot 404 findet. Vorn sind die Kotflügel ausladender als beim 500er. Die Scheinwerfer sind nicht ins Frontblech, sondern in die Kotflügel integriert, die Kofferraumhaube liegt zwischen den Kotflügeln. Hinten mündet die Karosserie links und rechts in kleinen Heckflossen.

Zu unterscheiden sind 4 verschiedene Modelle:

– Die gemeinhin als „Coupé“ bezeichnet Cabrio-Limousine mit Selbstmördertüren und feststehenden Dachholmen

Diese Modell wurde bereits 1958 auf den Markt gebracht. Die ganz frühen Modelle sind unter dem Blechkleid mit dem frühen Fiat 500 N identisch. Die diversen Änderungen, die man am N vollzog, sind auch in die Bianchina-Serie eingeflossen.

– Das Cabriolet mit voll versenkbarem Verdeck

Das Cabriolet unterschied sich auf den ersten Blick durch wesentlich mehr Zierrat. Sowohl vorn als auch hinten findet man um die Ecken greifende Stoßstangenhörner aus Zinkdruckguss mit weißen Gummiauflagen. An die hinteren Stoßstangenhörner schließen sich seitliche Endstücke an. Am Frontblech ist ein schnurrbartförmiges Zierteil angebracht. Auffällig sind auch die Seitenblinker mit je zwei rautenförmigen Gläsern, die in den seitlichen entweder weiß oder schwarz lackierten und mit Aluminiumleisten begrenzten Seitenstreifen integriert sind. Die Rückleuchtensockel sind voluminöser und haben ein kleines „Dach“ oben über den Leuchtenkappen.

– Der Viersitzer „Quattroposti“

Der Quattroposti ist die Limousinenausführung der Bianchina mit steil abfallender Heckscheibe. Neben einer normalen Version gab es auch den „Speciale“ mit dem Motor aus dem Fiat 500 Sport (Motornummer 110 004) und dem Zierrat des Cabriolets.

– Die Kombiversion Panorama

Der Bianchina-Kombi basiert im Gegensatz zu den übrigen drei Modellen auf dem 500er Giardiniera. Die Kombiversion konnte man sowohl mit als auch ohne Faltdach bekommen. Die Faltdachmodelle waren auch meistens zweifarbig lackiert. Obwohl das Blechkleid praktisch keine Gemeinsamkeiten mit dem 500er hat, passt doch ein Blechteil in beide Kombi-Modelle: Die Hecktraverse.

Auf dem Fahrgestell des Panorama gab es auch einen Kastenwagen mit voluminösem Aufbau.

Moretti

In 2008 tauchte im italienischen Ebay-Ableger ein Fahrzeug auf, von dem man kaum annehmen konnte, dass es tatsächlich existierte. Ein Fiat 500 Giardiniera von Moretti zum Fahrzeug mit Frontantrieb und Frontmotor umgebaut. Bei genauem Hinsehen erkennt man die Hecktraverse, die nun als Frontabschluss fungiert. Für das Heck gab es offenbar verschiedene Ausfünrungsvarianten. Aus Prospekten ist eine Version bekannt, die über eine durchgehende Öffnung von der Heckklappe bis zum vorderen Scheibenrahmen verfügt. Die abgebildete Version scheint einen festen Abschluss über der Heckklappe und lediglich ein kleines Faltdach zu besitzen.

(Fotos mit freundlicher Genehmigung des Ebay-Anbieters).

Lombardi MyCar

Das Modell „MyCar“ von Lombardi ist einer der Sonderumbauten, die man heute am häufigsten findet. Die Verändernungen sind sehr moderat und beschränken sich auf ein anders gestaltes Frontblech mit einer kantigen Sicke und angedeuteten Scheinwerferhöhlen, wie man sie von zeitgenössischen Pininfarina-Entwürfen kennt. Einige Modelle haben hintere Ausstellfenster, außerdem gibt es Fahrzeuge mit und ohne Faltdach. Gemein ist allen MyCar-Modellen das mit schwarzem Kräusellack lackierte Kunststoff-Armaturenbrett mit größerem Tacho, Ablagefächern und „MyCar“-Schriftzug, das über das Blecharmaturenbrett gestülpt ist.

Vignale Gamine

Das Auto aus dem Versandhauskatalog. Das ist wohl die Info, die zumindest hierzulande am ehesten mit „der“ Gamine assoziiert wird. Die Gamine ist ja eigentlich falsch, heißt es doch soviel wie „Göre“ oder „Straßenjunge“, wäre also eher ein Kerl, dieses kleine Micky-Maus-Auto.

Die Legenden ranken sich um die Stückzahl des etwa 1968/69 gebauten Sondermodells, das die Retrowelle des 21. Jahrhunderts über 30 Jahre vorwegnahm und einen Oldtimer der 30er Jahre imitieren wollte. Die teilweise kolportierten 50 Stück sind sicherlich zu wenig. Mit ein paar hundert liegt man wohl richtig. Die Technik ist komplett mit dem „F“ identisch, wenn man mal von der mit einer Hardy-Scheibe nach unten gekröpften Lenkwelle absieht. Um das Reserverad unter der vorderen Haube unterbringen zu können, ist der Tank vorn eingebeult. Das sieht aus, als ob jemand mit dem großen Gummihammer zugeschlagen hätte. Das Verdeck wurde mit dem „Handtuchhalter“ hinter den Sitzen aufgespannt. Es gab sogar Steckscheiben für die Türen, die geknöpft oder mit Reißverschlüssen am Verdeck befestigt wurden. Optional gab es ab Werk als Zubehör ein Zweispeichen-Lederlenkrad.